Das (fr)agile Unternehmen – Zwischen organisationaler Fitness und organisationalem Burnout

Agil1Wie Sie Ihre Organisation in Bewegung halten – Spielregeln agiler Strukturen!
Teil 1: Unternehmensorganisation – agile Routine

Wenn bei Wirtschaftsprüfern vom going concern-Prinzip die Rede ist, dann bezieht sich dieser Grundsatz auf die Annahme, dass bei der Bilanzierung und Bewertung von Unternehmen und Unternehmensteilen von der Fortführung der Unternehmenstätigkeit ausgegangen wird. Das going concern-Prinzip ist integraler Bestandteil des sog. Bestätigungsvermerks, dem Testat des Abschlussprüfers über den Fortbestand eines Unternehmens.

Wenn bei Organisatoren vom going concern-Prinzip die Rede ist, dann geht es weniger um Bilanzposten und Jahresabschlüsse. Vielmehr rückt die Unternehmensstruktur in den Fokus. Dazu zählt zum Beispiel die Bewertung des Leitungssystems, das in Form eines Organigramms die hierarchischen Über- und Unterordnungsbeziehungen zwischen Stellen und Abteilungen regelt.  Das Leitungssystem wird gemeinhin mit der sog. Primärorganisation gleichgesetzt, welche die dauerhaften Regelungen zur Koordination planbarer Routineaufgaben in der Hierarchie umfasst. Im Gegenzug umschreibt die Sekundärorganisation neuartige und komplexe Aufgaben, die die Hierarchie überlagern, zeitlich befristet sind und typischerweise projektbasiert ablaufen. Sie ergänzen die Koordination durch das Leitungssystem und ermöglichen schnelle, flexible, zielgerichtete Abstimmungen der Beteiligten. Um dem Fortführungsprinzip aus organisatorischer Sicht Rechnung zu tragen, braucht es also beides, die Primär- und Sekundärorganisation. Weiterlesen

Die Angst der Mitarbeiter vor der Personalbemessung! Aus dem Tagebuch eines Organisators.

Tauchen Sie ein in das Projekt Personalbemessung.

Schon gehört?!

Brigitte_W-150x150„Auf den Gängen spricht sich rum, dass massiv Leute abgebaut werden sollen. Wie kommt die Geschäftsleitung nur auf diese Idee? Und wie stellen die sich da oben das überhaupt vor? Wir sind doch jetzt schon total überlastet. Dauernd Überstunden – mein letzter freier Tag ist schon Monate her. Wie soll es nur weitergehen? Und was ist mit mir? Muss ich jetzt um meine Stelle bangen? Ich hoffe nicht, schließlich bin ich schon so lange hier. Wenn sie mir jetzt kündigen, finde ich doch keine Stelle mehr. Die Unternehmen wollen doch junge, dynamische Mitarbeiter. Da passe ich doch gar nicht ins Profil. Aber wenn abgebaut wird, trifft es doch sicher erst die Neuen oder nicht?! Aber noch hat es der Vorstand nicht bestätigt. Vielleicht brodelt auch nur wieder mal die Gerüchteküche. So ist es meistens mit dem ‚Flurfunk‘ hier.“
Brigitte W., 52 Jahre, Mitarbeiterin bei der Component AG, einem mittelständischen IT-Unternehmen. Weiterlesen

Organisation – die wichtigste Nebensache der Welt, nicht nur für Produktmanager

Das Credo des Organisators: „Es kommt drauf an!“ So auch bei der Wahl der richtigen Produktmanagement-Organisation.

Wie man es dreht und wendet, früher oder später mündet jede Initiative, jede Strategie, jedes Projekt, jeder Prozess in der Frage: „Und, wer macht’s?“ Ohne Organisation keine Organisation. Einer Berufsgruppe, mit der ich mich momentan intensiv befasse, steht genau vor dieser entscheidenden Weichenstellung. Frage 10 Produktmanager nach deren Herausforderungen im Tagesgeschäft und mindestens acht werden die Organisation des Produktmanagements nennen. Fragt man dann, was die entscheidenden Kriterien für die Wahl der richtigen aufbauorganisatorischen Lösung sind, kommt man häufig vom Hundertsten ins Tausendste.

Antworten liefert z.B. das diesjährige ibo Trendforum Produktmanagement in Berlin. Am 24.06.2014 diskutieren dort Top-Referenten, worauf es bei der Gestaltung eines innovativen und Kunden zentrierten Produktmanagements ankommt.

Vom Groben ins Detail heißt Zusammenhänge erkennen.

Übertragen auf das Produktmanagement müsste die Maxime folgendermaßen lauten: Weiterlesen

Positionierung leicht gemacht – Die drei Gestaltungsbereiche des Produktmanagers

In einem meiner letzten Beiträge befasste ich mich mit der Frage, wie Sie „Produktmanagement richtig organisieren“. Eine aktuelle und wichtige Frage, mit der sich im Januar gleich zwei Veranstaltungen beschäftigen. Der VDMA trifft sich hierzu am 23.01.2014 zu einem Erfahrungsaustausch Produktmanagement. Am 30./31.01.2014 veranstaltet marcus evans die 8. Jahrestagung zum Thema „Professionelles Produktmanagement im Maschinen- und Anlagenbau“. Auf beiden Veranstaltungen werde ich als Redner zur richtigen Positionierung des Produktmanagements vertreten sein.

Die organisatorische Vielfalt, die ich in der Praxis oft erlebe, lässt keine Wünsche offen. Dort werden eigene Stabs- oder Zentralabteilungen für das Produktmanagement geschaffen – für die einen sehr nah am Vorstand und damit wichtig, von anderen als Abstellgleis verschrien, weil fern von Fachbereich und Kunde. Andererseits hängt man Produktmanagement gerne unter das Marketing, den Vertrieb oder schafft zusätzliche Rollen durch dezentrale Produktverantwortung in den jeweiligen Fachbereichen. Alles schön und gut. Pauschal gibt es hierzu kein richtig oder falsch.

Damit das Produktmanagement organisatorisch richtig und erfolgreich verankert werden kann, Weiterlesen

„Was bin ich?“ oder „Welches Schweinderl hätten S’ denn gern?“

„Wer Angst vor Veränderungen hat, sollte nicht Organisator werden.“

Organisatoren/innen hätten die 50 DM in der Rate-Show mit Robert Lembke ohne Zweifel sicher gehabt. Machen Sie mal eine typische Handbewegung oder beschreiben Sie Ihren Arbeitsplatz. Gar nicht so einfach, oder? Die Palette an Aufgaben, die Organisatoren heute beherrschen müssen, ist in den Jahren sicherlich nicht kleiner geworden. Im Gegenteil, in Gesprächen mit Seminarteilnehmern wird mir immer wieder die große Bandbreite an Fähigkeiten bewusst, die heutzutage Organisatoren abverlangt wird. Dabei ist nicht entscheidend, ob die Stellen- oder Rollenbezeichnung tatsächlich den Titel „Organisator/in“ trägt, oder ob sie innerhalb einer Organisationsabteilung oder in einer anderen Funktion tätig sind. Entscheidend ist einzig und alleine das Aufgabenspektrum, mit dem sie betraut sind. Weiterlesen

Die Bayer AG und R-A-F – wie passt das zusammen? Oder „Wofür ist Frau Müller verantwortlich?“

Um allen Spekulationen vorzubeugen: Dies ist ein Beitrag über gute Organisationspraxis. Ein Beitrag über den Wandel von einem Stammhauskonzern in eine Management-Holding und die Etablierung eines erfolgreichen Führungskonzepts.

Eine Organisationsstruktur, die drei formale Beziehungslinien umfasst? Wie soll das gehen? Einlinienorganisation kennt jeder, Matrix mag ja noch halbwegs funktionieren, Tensor ist zum Scheitern verurteilt. So meine Urteile vorweg. Als ich jedoch die zfo (Heft 3/2013) in die Hände bekam, musste ich mich eines Besseren belehren lassen. „Insgesamt hat sich eine Dezentralisierung bewährt“, so titelt das Interview zwischen Ludger Becker, Leiter Corporate Organization bei Bayer, und Prof. Gerhard Schewe von der zfo. Ein sehr interessanter und aufschlussreicher Artikel, wie ich finde. Denn der Wandel vom einstigen starren und trägen Stammhauskonzern zu einer agilen und flexiblen Holding-Struktur scheint gelungen. Seit 2002 entwickelte sich der Bayer Konzern zu einer strategisch geführten Management-Holding. Heute beinhaltet die Konzernführungsgesellschaft Bayer AG Corporate Center, die globale Konzernfunktionen verantworten. Das operative Geschäft verteilt sich auf die drei Teilkonzerne Bayer HealthCare, Bayer CropScience und Bayer MaterialScience. Zudem zählen noch weitere Servicegesellschaften zum Konzern. Weiterlesen